Kindertagesstätte

Kindertagesstätte Rote Reihe Berenbostel
Grafik: Ilka Crimi

Berenbostel Kindertagesstätte - Ev. luth.Stephanus Kirchengemeinde

Leitung Herr Reinhard Hildebrandt
Personal 14 pädagogische Fachkräfte, 3 weitere Angestellte
Anzahl der Plätze 15 Plätze in der Krippe, 100 Plätze im Kindergarten
Betreungsform ganztags (65 Kinder), halbtags (50 Kinder)
Mittagessen Anlieferung mit Frischzubereitung
Pädagogisches Konzept Offenes Konzept
Besondere Schwerpunkte Brückenjahr zwischen KiTa und Schule - Sprachförderung Erlebnisorientiertes Freigelände - Evangelisch
Herausragende Merkmale Büchertauschkiste im Flur, zugänglich für alle zweite Einrichtung in der Stephanusstrasse

In unserer evangelischen Kindertagesstätte werden in fünf Gruppen Kinder im Alter von zwölf Monaten bis zu sechs Jahren ganzjährig betreut. Was speziell für unsere berufstätigen Eltern von Vorteil ist, da es keine dreiwöchigen Betriebsferien gibt.

Mit unserem zeitgemäßen pädagogischen Konzept sowie den vielfältigen Angeboten, werden unsere Kinder bis zum Schuleintritt sinnvoll in ihrer Entwicklung begleitet und gefördert. Schlaffeste, auch für unsere Kleinsten, ein mehrtägiger Schulanfängerausflug und viele andere Veranstaltungen gehören ebenfalls zu unserem jährlichen Programm.Zusatzangebote wie Englisch für Kinder oder musikalische Früherziehung mit speziellen externen Fachkräften werden über unseren aktiven Elternbeirat organisiert.
Die attraktiven Räumlichkeiten, wie die Kinderkrippe, die unterschiedlichen Funktionsräume
(Rollenspielraum, Kreatilvraum, Bauraum, Bewegungsraum) sowie unserer Außengruppe bieten den Kindern beste Lern- und Enlwicklungsbedingungen.

Gerne laden wir alle Eltern ein, unsere Kita zu besichtigen und sich vor Ort über unser Mitarbeiterteam, die Räumlichkeiten und das pädagogische Konzept zu informieren.
 

Warum wir eine kirchliche Kindertagesstätte unterhalten

Spielplatz
Foto: R.Hildebrandt

Vorwort des Kirchenvorstandes der Ev.-ltuh.Stephanusgemeinde Berenbostel

Der Kirchenvorstand der Stephanusgemeinde unterhält eine Kindertagesstätte, weil er Kindern einen Raum bieten möchte, in denen sie soziales Lernen, frühkindliche Bildung und christliche Erziehung genießen und erlernen sollen. Das soziale Lernen finden wir wichtig, weil wir Menschen nun einmal soziale Wesen sind; wir brauchen die anderen (und umgekehrt), wir sind aufeinander bezogen und angewiesen. Das ist nicht immer leicht, so sollen die Kinder in unserer Kindertagesstätte Kontakte knüpfen und die eigene Rolle innerhalb der Gruppe erfahren und andere akzeptieren lernen. Die Bildung spielt in einer evangelischen Kirche schon seit der Reformation eine herausragende Rolle. Unsere Kita will die Kinder ermutigen, sich ihres Verstandes zu bedienen. Als evangelische Kindertagesstätte versuchen wir, die religiöse Erziehung aus einer christlichen Grundhaltung und Erfahrung des Glaubens heraus zu verwirklichen, wie sie auch Im Leben Reden und Tun Jesu Christi zum Ausdruck kommen: Gott und den Nächsten lieben. Die Kinder sollen lernen, sich und einander anzunehmen, so wie Jesus die Menschen angenommen hat.

Kindertagesstättenkonzeption

Kreativraum
Foto: R. Hildebrandr

 

 

 

Die Kindertagesstätte wurde 1965 fertig gestellt. Geplant wurde für eine Aufnahmekapazität von 60 Kindern. Heute werden In unserer Einrichtung 115 Kinder im Alter von 1-6 Jahren, in drei Häusern und fünf Gruppen pädagogisch betreut. Diese Kindergruppen sind in eine Kinderkrippe, zwei Ganztagsgruppen, einer Vormittagsgruppen mit der Möglichkeit einer Mittagsbetreuung und einer reinen Vormittagsgruppe aufgeteilt.

 

Die täglichen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag sind wie folgt:
 

                 Betreuungsform                                         Betreuungszeit

               Kinderkrippe                                               7:00 / 8:00 - 16:30 Uhr
               Ganztags                                                            7:00 - 16:30 Uhr
               Vormittags mit Mittagsessen                                 8:00 - 13:00 Uhr
               Vormittags                                                           8:00 . 12:00 Uhr

Die Aufnahme der Kinder in die Kindertagesstätte erfolgt nach der Reihnefolge der Anmeldungen unter Berücksichtigung des Alters, bzw. des Schulanfangsdatums.
Die Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, kommen aus allen sozialen Schichtungen.

Lernen, um aktiv leben zu können

Sandplatz 2
Foto: R. Hildebrandt

Diese Aussage beinhaltet im Prinzip unsere gesamte pädagogische Zielvorstellung.
Wir wollen, dass unsere Kinder
- sich zu aktiven, selbstständigen Persönlichkeiten entwickeln,
- nach dem Kindertagesstättenbesuch schulfähig sind,
- eine differenzierte Sozial-, Sprach- und sensomotorische Kompetenz entwickeln,
- zur tonischen Ausgeglichenheit finden und Regulationsmöglichkeiten hierfür ausbilden.
Im Grunde haben sich die erwünschten Entwicklungsziele in den letzten Jahren nicht verändert. Anders ist die Differenziertheit, die neue Qualität durch mehr Bewusstheit der Entwicklungsmöglichkeiten und der Weg, um diese Ziele zu erreichen.
Wir wissen, dass Kinder Handlungs-, Bewegungs- und Spielerfahrungen machen müssen, um ihr Leben aktiv gestalten zu können. Die notwendige Kreativität und Phantasie entwickelt sich jedoch nur, wenn der Raum hierfür gegeben ist und die emotionale Befindlichkeit der Kinder sich in einer positiven Balance befindet. Das bedeutet, die Kinder müssen sich wohl fühlen, um Freude am Lernen zu finden. Der innere Antrieb, Neues erfahren zu wollen und verstehen zu lernen, ist jedem Kind gegeben. Wir haben im Kindergarten die Aufgabe, zu motivieren und Neugier zu wecken. .
Hierbei besteht die Aufgabe, zu einer Ausgewogenheit zu kommen, nämlich vielfältiqe Erfahrungen zu ermöglichen und herausfordernde Angebote zu schaffen, ohne dabei zu über- oder zu unterfordern und zugleich die richtige Art der Vermittlung und der Lernform zu finden und zu wählen.
Zudem kommen die Kinder in eine altersgemischte Gruppe, erleben Mädchen und Jungen, die alle eine andere Sozialisation und unterschiedliche kognitive Fähigkeiten mitbringen. Das ist am Beginn des Kindergartenjahres in der Regel mit Belastungen verbunden und zugleich doch bereichernd für die Kinder, weil sie voneinander lernen können.

Lebendiges Lernen im Elementarbereich

Krippe
Foto: R. Hildebrandt


Lernen soll in unserer Kindertagesstätte Spaß machen und sinnvoll sein. Die Kinder im Elementarbereich machen kognitive Lernerfahrungen nicht über den "Kopf', sondern lernen durch aktive, differenzierte Handlungserfahrungen.
Unsere Angebote sollen einen realen Bezug zu der Erlebniswelt der Kinder herstellen. Nur wenn die Kinder Assoziationsmöglichkeiten haben, um bei neuen Lernerfahrungen einen entsprechenden Maßstab anlegen zu können, werden sie einen persönlichen Lernerfolg haben. Entscheidend ist die Art der Wissensvermittlung. Bisher bevorzugte man das mittelbare Lernen in unserer Einrichtung. Wir versuchen jetzt, das Übergewicht vom mittelbaren auf das unmittelbare Lernen zu verlagern. Dieses entspricht mehr der kindlichen Lernform im Elementarbereich und ist zugleich lebendiges Lernen.

 

Beispiel:

Die Kinder sollen begreifen, was ein Apfelbaum ist. Ich schaue mir mit den Kindern ein Bild, ein Dia oder ein Buch an, in dem ein Apfelbaum abgebildet ist. Das einzelne Kind ist nun, vorausgesetzt, es hat noch keine Erfahrungen mit diesen Bäumen gemacht, ganz von meiner Interpretation und Darstellung abhängig. Es muss meine Erklärung von Größe, Farbe, Geruch, Geschmack usw. mit seinen ihm vertrauten Handlungserfahrungen vergleichen und einordnen, es lernt mittelbar.
Für eine unmittelbare Lernerfahrung werden wir einen Obstgarten aufsuchen. Die Kinder werden hier schnell begreifen was ein Apfelbaum ist. Sie können sich unmittelbar ein Bild von Ihm machen über seine Höhe, besonders wenn sie hinauf klettern, von seiner Größe durch Umfassen und Herumlaufen, durch Wahrnehmen von Gerüchen, Früchten, Farben und Formen. Die Kinder können selbst ernten und die Reife der Früchte prüfen. Sie werden Insekten und andere Tiere, die den Baum bewohnen, entdecken, Vergleiche zu anderen Pflanzen aufstellen und noch vieles mehr.
Aus diesem unmittelbaren Lernen ergeben sich viele neue Anregungen und spannende Handlungserfahrungen. Ein mit offenen Augen und Ohren teilnehmender Erwachsener wird die Vielzahl der sich hier eröffnenden Möglichkeiten zu nutzen wissen.
Kinder brauchen viele unmittelbare Lernerfahrungen für ihre Handlungskompetenz und Sprachentwicklung. Wenn sie später in der Schule einen Aufsatz über einen Apfelbaum schreiben müssen, wird ihre Sprache wesentlich plastischer und bildhafter sein. Unmittelbares Lernen ist die beste Lernform für Kindergartenkinder. Je mehr sich die Kinder unsere Welt angeeignet haben, umso mehr sollten sie über mittelbares Lernen, z.B. über Medien ihre kognitiven Fähigkeiten weiter ausformen.

Freispiel

freies Spielen
Foto: R.Hildebrandt

Das freie Spiel nimmt den größten Raum im Kindertagesstättenalltag ein. Die Kinder haben alle Freiheiten, selbstständig über ihr Spiel und ihre Spielpartner zu entscheiden.
Auf den ersten Blick ist das für die Entfaltung der Kinder ideal. Wir müssen jedoch feststellen, dass viele Kinder gar nicht in der Lage sind, frei und phantasievoll zu spielen. Sie fühlen sich überfordert, als sie plötzlich eigeninitiativ agieren sollten. Diesen Kindern fehlt die Struktur, um aktiv werden zu können. Im Englischen gibt es für das Spiel zwei Begriffe: play und games. Game hat feste Regeln und Strukturen. Mit play ist ein völlig losgelöstes freies Spiel gemeint. Game ist die Voraussetzung, die Basis für das freie Spiel. Erst wenn die notwendigen Regeln und Strukturen beherrscht werden, gibt es Sicherheit und die Voraussetzung für freies Spiel, für play.

Beispiel:

Ich höre jemanden auf einer Gitarre wunderschöne Improvisationen spielen. Mein Wunsch, dieses auch zu versuchen, endet in fürchterlichen Misstönen. Enttäuscht werde ich das Instrument zur Seite legen. Mit fehlen die "Games", die Techniken des Gitarrespiels, die Harmonielehre und die grundsätzliche Umgehensweise mit diesem Instrument. Erst durch mühsames Erlernen und intensiver Übung werde ich die Fähigkeiten erlangen, nach meinen Intentionen zu spielen.
Kein Kind hat Anlagepotentiale, die ihm helfen, diese vielfältigen Strukturen von sich aus zu lernen. Es braucht dazu den Erwachsenen. Kinder zu einer Leistung herauszufordern und anzuleiten ist wichtig, denn Erfolgserlebnisse geben Ihnen das Gefühl, etwas Schwieriges geschafft zu haben. Es motiviert zum Weitermachen. Ein positives Selbstwertgefühl baut sich auf und die Kinder finden zu einem kreativen, phantasievollen und aktiven Freispiel.

Regeln

Regeln und Normen sind für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft unumgänglich, dürfen jedoch Kinder nicht zu sehr einengen. Sie brauchen diese Orientierung für ihre Entwicklung. Nur wie viele Regeln benötigt man in einer Kindergruppe? In unserer Kindertagesstätte gab es Unmengen von Verboten und Geboten, die die Kinder sich unmöglich alle merken oder verstehen konnten. Selbst wir Erwachsenen hatten unsere liebe Not damit, besonders, wenn es zu Regelüberschreitungen kam und wir angemessen reagieren sollten. So wurden alle Regeln auf ein Minimum reduziert. Nur die waren sinnvoll, die wir den Kindern mit einfachen, präzisen Worten erklären konnten. Aus Verboten wurden Abmachungen. Die Abmachungen beinhalten das, was zugelassen ist und gleichzeitig die Konsequenz für ein eventuelles Fehlverhalten. "Natürlich darfst du ... , doch wenn du ... , kennst du selbst die Folgen deines Verhaltens." Es ist oft nicht einfach angemessene, sinnvolle Konsequenzen zu finden. Die Abmachungen müssen intensiv mit den Kindern erarbeitet werden, damit sie sicher damit umgehen können. 

Religionspädagogik

Religion ist für uns ein wichtiges Element der pädagogischen Arbeit. Viele unserer Kinder haben kaum Lern- und Lebenserfahrung mit Religion machen können. Auch hier sollen die Kinder Spaß und Freude beim Entdecken von Religion haben. Die Vermittlung der Lerninhalte kann nicht anders sein als die oben beschriebene Form. Kinder müssen auch hier Assoziationsmöglichkeiten haben, um für sich etwas Sinnvolles erfahren zu können. Unser Ziel ist es, das die Kinder selbstverständlich mit Religion umgehen können und elementare Inhalte begreifen lernen

Elternarbeit

Gebäude von der Strasse
Foto: R. Hildebrandt

Eine kooperative und konstruktive Elternarbeit ist eine elementare Voraussetzung für eine positive sozialpädagogische Arbeit. Die meisten Kinder werden drei bis vier Stunden in unserer Kindertagesstätte pädagogisch betreut. Um mehr von den Kindern zu erfahren oder ihr Verhalten besser zu verstehen, brauchen wir den Austausch mit den Eltern. Diese haben wiederum ein Recht auf eine transparente Kindertagesstättenarbeit. Nicht nur zu den Kindern, auch zu den Eltern ist eine gute Beziehung notwendig, um so eine Basis für gemeinsames Handeln zum Wohle der Kinder zu bekommen. In unserer Einrichtung wird eine demokratische Elternmitbestimmung durch den Elternbeirat sichergestellt. Durch unsere Satzung hat dieses Gremium seit Ende der siebziger Jahre ein wirkliches Mitspracherecht erhalten. 

Raumkonzeption

Für die sinnvolle Umsetzung unserer pädagogischen Ziele ist es notwendig den Kindern entsprechenden Raum anzubieten. Einen herkömmlichen Gruppenraum mit Puppenecke, Bauecke, Maltischen, Frühstücksecke, usw., haben wir nur noch in unserer Außengruppe im Gemeindehaus. Für die anderen Kindergruppen haben wir uns für ein individuelles, offenes Raumkonzept entschieden. Die Kinder und Eltern haben weiterhin ihre Stammgruppe mit festen Ansprechpartnerinnen und individuellen Aktivitäten, wie Stuhlkreise, für die Klärungen der täglichen Probleme, Eltern-, Kindnachmittagen oder Elternabende.

Projektarbeit

Ein gewichtiger Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit ist die Wissensvermittlung in Projektwochen. Die Projekte sind grundsätzlich gruppenübergreifend und werden regelmäßig in Kleingruppen entsprechend dem Entwicklungsstand der Kinder durchgeführt. Analog zu unserem pädagogischen Konzept legen wir sehr viel Wert darauf, dass die Kinder in den unterschiedlichen Projekten eine ausgewogene Mischung aus Handlungs-, Bewegungs- und Spielerfahrungen machen können. Wir wollen lernmotivierte Kinder, die Freude am Lernen entwickeln.
Einige wenige Projektbeispiele sind Chemie oder Magie, Wald, Baufahrzeuge, wir lernen unseren Stadtteil kennen, erste Hilfe für Kinder, die Schöpfung, mit allen Sinnen, Insekten, Würzburger Trainingsprogramm, Kleidung früher und heute oder Wasser. 

Krabbelgruppenarbeit

Waschmöglichkeit
Foto: R. Hildebrandt

Grundsätzlich sind alle bisher aufgeführten pädagogischen Aussagen übertragbar und doch gibt es in dieser frühkindlichen Phase Besonderheiten die zu berücksichtigen sind.

Beziehungen und Bindungen

Beziehungen sind nicht identisch mit Bindungen. Besonders in der frühkindlichen Entwicklungsphase der Kinder sind Mutter und Vater die wichtigsten Bindungspersonen. Die Beziehungen zur Erzieherin bleiben in der Regel nachrangig. Die bisherigen Untersuchungen belegen, dass die Eltern Hauptbindungspersonen bleiben.
Die Beziehung zur Erzieherin ist für das Kind von großer Wichtigkeit. Sie ist die Grundlage, damit sich die Kinder sicher und geborgen fühlen. Dieses emotionale Gleichgewicht ist für eine positive Entwicklung und das Lernen in der neuen Umgebung unumgänglich. 

Beziehungen und Beachtung

Unsere Aufgabe ist es, Entwicklungsprozesse der Kinder wahrzunehmen und zu begleiten. Dazu müssen wir jedes Kind individuell betrachten und aufmerksam sein für die spezifischen Bedürfnisse und pädagogischen Notwendigkeiten.
Wir verstehen die Beobachtung als Beachtung im Sinne von Achtung vor dem Kind.
1. Beachtung von Impulsen und Signalen, von besonderen Äußerungsformen, von persönlichen Grenzen und Befindlichkeiten des Kindes;
2. Beachtung seiner sich ständig verändernden Bedürfnisse und seiner Selbstwahrnehmung;
3. Beachtung seiner Suche nach Anerkennung und Resonanz, seiner Entwicklungsschritte, seiner Leistungen und wachsenden Kompetenzen.

Eingewöhnung

Die Eltern werden vor Beginn der Aufnahme über die Eingewöhnung informiert. Die Dauer ist individuell für jedes Kind anders. Während dieser Zeit findet ein offener Austausch über die Gewohnheiten des einzelnen Kindes zwischen Erzieherin und Eltern statt.
Die Eingewöhnung in der Krabbelgruppe ist ein aktiver Anpassungs- und Lernprozess der Kinder, der durch ihre angeborene Bereitschaft, sich ihrer Umwelt aktiv zuzuwenden, gestützt wird.
Ohne Elternteil jedoch, kann die Erkundungsbereitschaft des Kindes nicht aufrecht erhalten werden und offenes Bindungsverhalten verdrängt dann alle anderen Verhaltensmöglichkeiten.
Bei Anwesenheit von Mutter oder Vater fällt es dem Kind sehr viel leichter sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Es braucht keine Sorge zu haben, was geschieht, wenn es einmal mit neuen Eindrücken nicht fertig wird. Die Kinder lernen auf ihre Weise, abhängig vom Temperament und Vorerfahrung, die neue Umgebung am schnellsten kennen. Hierbei benutzen sie Mutter oder Vater als eine "sichere Basis", zu der sie sich zurück ziehen, wenn etwas Unerwartetes passiert oder sie aus anderen Gründen Unterstützung brauchen
Das Kind macht sich aber nicht nur mit neuen Räumen vertraut, sondern auch mit der Erzieherin. Dies ist ein weiterer Prozess von besonderer Bedeutung für das Wohlergehen des Kindes. Es baut innerhalb kurzer Zeit eine zumindest bindungsähnliche Beziehung auf, so dass die Erzieherin nach einiger Zeit die Funktion der .sicheren Basis" für das Kind in der Krabbelgruppe übernehmen kann. Das Bindungsverhalten des Kindes läuft dann in bwesenheit der Eltern nicht ins Leere, sondern wird von einer Erzieherin aufgefangen. Sie kann das Kind trösten und beruhigen, wenn es weint.
Erst wenn das Kind eine Beziehung in dieser Art aufgebaut hat, kann es auf die Anwesenheit von Mutter oder Vater verzichten.
Wie lange das Kind bei der Eingewöhnung begleitet werden sollte, orientiert sich am Verhalten des Kindes.
In den ersten Tagen reicht es, wenn Mutter oder Vater eine bis zwei Stunden in der Kita sind. In dieser Zeit wird kein Trennungsversuch gemacht. Wir bitten die Eltern sich im Raum aufzuhalten und einfach da zu sein.
Die Kollegin verhält sich abwartend, nimmt Blickkontakt zu dem Kind auf und versucht erst nach einiger Zeit durch kleine Spielangebote einen weiteren Kontakt zu dem Kind herzustellen.
Am zweiten und dritten Tag wird sie weiter ins Blickfeld des Kindes rücken, indem sie in Anwesenheit von Mutter oder Vater, das Kind füttert oder wickelt. Wichtig ist, dass wir Gelegenheit erhalten, diese dem Kind vertrauten Aktivitäten mit der neuen Umgebung der Kita in Verbindung zu bringen. Am vierten Tag schlagen wir den Eltern vor, für eine kurze Zeit den Gruppenraum, jedoch nicht die Einrichtung zu verlassen. Die Reaktion des Kindes auf den ersten Trennungsversuch enthält wichtige Anhaltspunkte für uns über die Dauer der Eingewöhnungszeit.
Es folgen weitere zunächst kurze Zeiten der Abwesenheit, mit Ausnahme eines Montages, von Mutter oder Vater.
Im weiteren Verlauf wird die Zeit der Abwesenheit der Eltern länger.
Die Eingewöhnungszeit ist abgeschlossen, wenn die Kollegin das Kind im Ernstfall, wenn Mutter oder Vater gegangen sind, trösten und beruhigen und es mit Spielangeboten ins Tagesgeschehen integrieren kann.

Ankommen

Die Zeit der Eingewöhnung ist besonders für die Kinder, aber auch für die Eltern von großer Belastung. Es ist deshalb notwendig, die Übergabephase so zu gestalten, dass die emotional angespannte Situation erträglich und harmonisch abläuft.
Um das Gefühl der Vertrautheit und der Zuneigung aufzubauen, sind zwei Fachkräfte ausschließlich für die Arbeit in der Krabbelgruppe zuständig.
Eine Kollegin nimmt die Kinder in Empfang während die zweite sich um die anderen Kinder kümmert.
Die Kinder bringen von zu Hause etwas Vertrautes mit, ein Kuscheitier, Schmusetuch oder anderes. Daneben finden sie in der Gruppe immer etwas Vertrautes vor, zum Beispiel einen Platz, den sie besonders mögen, oder ein Spielzeug, das sie besonders
reizvoll finden.
Beim morgendlichen Bringen erfahren wir in kurzen Gesprächen mit Mutter oder Vater, wie das Kind geschlafen und gegessen hat und etwas über seinen Gesundheitszustand.
Mit diesen Informationen können wir auf die Grundbedürfnisse der Kinder eingehen und ihnen Kontinuität und Stabilität vermitteln. 

Grundbedürfnisse

Um ein Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens aufzubauen, ist es wichtig, mit viel Zuneigung, Aufmerksamkeit und Wärme auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

Ein Grundbedürfnis ist das Essen

Die Kinder nehmen ihr Essen in der Kindergemeinschaft in fröhlicher Runde ein. Essen und Trinken sollen lustbetont sein und kein Zwang. Jedes Kind kann entsprechend seiner Entwicklung selbstständig agieren. Z. B. die Tasse selbst halten oder den Löffel, vielleicht auch schon das Brot. Kleckern und Krümeln werden toleriert und jeder Erfolg gelobt.

Ein weiteres Bedürfnis ist der Ruherhythmus

Kleinst- und Kleinkinder benötigen individuell unterschiedlich viel Schlaf. Der Ruherhythmus des einzelnen Kindes wird beachtet. Um das Einschlafen oder ruhen zu erleichtern, ist es auch hier wichtig, einen vertrauten Gegenstand, z.B. ein Kuscheltier von zu Hause zu haben.

Die Hygiene ist ein drittes Grundbedürfnis

Bei der Körperpflege, besonders beim Wickeln ist Zeit und Aufmerksamkeit in ruhiger Atmosphäre wichtig. Durch eine liebevolle Körperpflege und sprachliche Zuwendung kann das Kind ein natürliches Verhältnis zu seinem Körper und dessen Funktionen entwickeln.
Das Kind soll lernen, die Pflege als etwas Angenehmes und Bedeutsames für sein eigenes Wohlbefinden anzusehen.
Spielen ist ein Grundbedürfnis und elementare Ausdrucksform
Im Spiel setzt sich das Kind aktiv mit seiner Umgebung auseinander. Es erprobt
spielerisch und auf vielfältige Art und Weise seine Geschicklichkeit, befriedigt seine Neugier und sammelt erste Erfahrungen und Eindrücke. Wir lassen der Selbstständigkeit der Kinder freien Raum und regen durch vielseitige Angebote und Spielmaterialien verschiedener Art zur Auseinandersetzung an.

Sozialer Kontakt zu anderen ist von großer Bedeutung

Mit zunehmender Selbstständigkeit nimmt das Interesse an sozialen Kontakten zu
anderen Kindern zu und wird vielfältiger und ausgeprägter. Die Kinder ahmen alles und
jeden nach, setzen sich in der Begegnung manchmal durch, bringen sich und andere zum Lachen und/oder zum weinen. Sie lernen rücksichtsvoll miteinander umzugehen und erfahren erste Richtwerte für ihr Verhalten. Wir geben den Kindern die Möglichkeit, ihre Konflikte selbst auszutragen, ohne sofort zu intervenieren. Wir beobachten die Situation und greifen, wenn es erforderlich ist, ein.

Bewegung, ein wichtiger Aspekt

Wir messen dem natürlichen Bewegungsdrang des Kindes große Bedeutung zu. Hier ist der Wirkungsbereich jedes Kindes geprägt von der eigenen Entwicklung und den körperlichen Fähigkeiten. Je besser und sicherer ein Kind laufen kann, desto aktiver ist die Teilnahme am Tagesgeschehen. Die Kinder erhalten Platz um ihren Bewegungsdrang zum Krabbeln, Toben, Laufen, Tanzen und Klettern nach zugehen. Im Gruppenraum, im Flur, in unserer Turnhalle und im Garten besteht die Möglichkeit dazu.

Erweiterung des Erfahrungsbereiches

Außenaktivitäten, wie Spaziergänge zu anliegenden Spielplätze, oder den nahegelegenen Bürgerpark geben den Kindern Gelegenheit, ihren rfahrungsbereich zu erweitern und Neues zu entdecken.

Formen der pädagogischen Arbeit

Für die Kinder ist es wichtig ihnen Möglichkeiten zu geben sich in Räumen und an Personen zu orientieren. Sie sind neugierig und stets darauf bedacht, ihren Aktionsradius zu erweitern. Während des Freispiels haben sie dazu ausreichend Gelegenheit, entweder in dem Gruppenraum oder im Garten. In den Freispielphasen können die Kinder Spiel ort, Spieldauer und Spielpartner nach eigenem Interesse wählen.
Mit gezielten Angeboten wie z.B. Turm bauen, Puzzlespiel, Kneten, Malen, Fingerspiele und vieles mehr wird die Feinmotorik unterstützt und mit Aktivitäten wie Turnen, Tanzen, Ballspielen u.a. die Grobmotorik gefördert. Wir geben den Kindern, falls erforderlich, Hilfestellung und loben sie um ihr Selbstbewusstsein zu fördern und zu stärken.

 Pädagogische Ziele

Mit Kindern unter drei Jahren zu arbeiten bedeutet für uns:
-Schaffung einer angstfreien und vertrauensvollen Atmosphäre, damit die Kinder gerne zu uns kommen und sich wohl fühlen.
-Stärkung des Selbstvertrauens, in dem sie sich selbst kennen lernen und annehmen können.
-Weiterentwicklung der Selbstständigkeit, durch eigenverantwortliches Handeln und dem erlernen von lebenspraktischen Tätigkeiten.
- Einführung in sozial verantwortungsbewusstes Handeln, in dem die Kinder lernen, ihre Persönlichkeit in die Gruppe einzubringen und auf die Gefühle und Wünsche der anderen Rücksicht zu nehmen.
-Anregen von Phantasie und Kreativität. Durch ausprobieren von Zeit-, Raum- und Materialangebot können die Kinder eigene Ideen entwickeln und ausprobieren. -Weiterentwicklung von Grob- und Feinmotorik. Die Kinder können durch Angebote und Aktivitäten ihr Bewegungsbedürfnis vielfältig ausleben.
-Unterstützung einer alters gemäßen Sprachentwicklung. Wir regen die Kinder zum freien Sprechen an und achten auf ihre altersgemäße Sprachentwicklung, gleichzeitig bringen sich die Kinder in gemeinsame Gespräche ein.
-Vermittlung von Wissen. Die Kinder erwerben altersgemäße Grundkenntnisse und lernen Zusammenhänge kennen.
-Förderung von Konzentrationsfähigkeit. Die Kinder lernen sich intensiv und ausdauernd zu beschäftigen.
-Entwicklung des Gesundheitsbewusstseins. Die Kinder lernen ihren Körper mit seinen Bedürfnissen kennen, durch gesunde Ernährung, Hygiene, später Toilettentraining.

Kooperation mit den Eltern

Damit die Kinder Vertrauen zu den neuen Beziehungspersonen entwickeln können, ist es unbedingt notwendig, dass sie erleben, dass sich Eltern und Erzieherinnen gut verstehen und eine gemeinsame Basis im Erziehungsprozess finden, die spürbar für das Kind wird. Dies gelingt in einer Atmosphäre von gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung, durch einen offenen Austausch über die Bedürfnisse und Fähigkeiten und über eventuelle Förderbedarfe des Kindes.
Die Eltern sind Kooperationspartner, die in besonderem Maße Beachtung finden.
Insbesondere während der Eingewöhnungszeit sind wir auf die Präsenz und Informationen der Eltern angewiesen und fördern und wünschen uns einen intensiven Austausch mit ihnen. Auf Wunsch der Eltern und in Absprache werden auch außerhalb der Eingewöhnung Hospitationen angeboten.
Einzelgespräche finden auf beiderseitigem Wunsch oder konkretem Anlass statt.
Elternabende werden zu bestimmten Themen durchgeführt und Tür- und Angelgespräche dienen dem aktuellen Informationsaustausch.